Vereinsgeschichte

Nicht durch Zufall sind die Jubiläumsjahre der Königlich privilegierten Schützengesellschaft Zirndorf mit den Gedenkjahren für den Dreißigjährigen Krieg verbunden.

Am 03. September 1832 fand in Zirndorf eine Gedenkfeier anlässlich der 200. Wiederkehr der Schlacht an der Alten Veste statt. Wenn wenige Monate vorher die beiden Zirndorfer Bürger Simon Herting und Konrad Vogler eine Büchsenschützen-Gesellschaft gegründet hatten, so knüpften sie, wie sich noch zeigen wird, zugleich an eine ältere Tradition in Zirndorf an, die in direktem Zusammenhang mit dem dreißigjährigen Krieg und seinen Folgen steht.

Abbildung 1: Die Gründer Simon Herting und Konrad Vogler
Abbildung 1: Die Gründer Simon Herting und Konrad Vogler

Der Westfälische Friede von 1648 hatte dem Landesherrn das Recht gebracht, eigene Truppen zu halten, doch war das Fürstentum Brandenburg-Ansbach, in dessen Gebiet Zirndorf damals lag, finanziell nicht imstande, eine stehendes Heer aufzustellen und die Kosten für seinen Unterhalt aufzubringen. Die Sicherheit der Heimat, verbunden mit regionalen Polizeidiensten, übernahmen die örtlichen Schützenverbände, die der Markgraf als hoheitliche Einrichtung durch Verordnung von oben ins Leben rief. Als der staatliche Zwang der Teilnahme am Schießen und am Dienst wegfiel, lösten sich viele dieser Schützenverbände auf. Übrig blieb eine kleine Gruppe von Männern, die am Scheibenschießen Spaß fanden und diese Freizeitbeschäftigung weiter betrieben, denn die älteste der noch erhaltenen Schießscheiben stammt aus dem Jahre 1831, als es noch gar keine Schützengesellschaft in Zirndorf gab.

Im November 1831 traten einige Zirndorfer Bürger unter dem Vorsitz von Simon Herting und Konrad Vogler zusammen, um die Statuten einer neu zu gründenden Büchsenschützen-Gesellschaft zu erarbeiten.

Am 29. April 1832 wurde diese Schützenordnung nach eingehender Prüfung durch das Königliche Landgericht Nürnberg genehmigt, so dass die offizielle Vereinsgründung am 17. Mai 1832 stattfinden konnte. Etwa zwei Jahre danach schlossen die 20 Mitglieder am 20. April mit dem Zirndorfer Maurermeister Johann Heinrich Jordan  –  er erbaute damals auch den Vestner Turm – einen Vertrag über den Bau eines Schießhauses in Zirndorf ab, das dort errichtet werden sollte, wo heute die Einfahrt zum Schießhaus von der Wallensteinstraße abbiegt. Um das Jahr 1861 wurde der Verein zur Unterscheidung von der Zirndorfer Armbrustschützen-Gesellschaft in „Zirndorfer Feuerschützen“ umbenannt.

Als 1883 Kommerzienrat Georg Zimmermann das Amt des 1.Schützenmeisters übernahm, öffnete er die Türen für eine breite Gesellschaftsschicht in Zirndorf und als erfolgreicher Unternehmer riss er die Schützengesellschaft durch seine Tatkraft aus der jahrzehntelangen Isolierung.

Am 03. August 1884 war auf seinen Vorschlag hin der Mittelfränkische Schützenbund gegründet worden, in dem die Zirndorfer Schützen rasch eine führende Stellung einnahmen. 1887 zählte die Schützengesellschaft Zirndorf bereits über 50 Mitglieder, für die nun auch das alte Schießhaus zu klein wurde.

Vom 30 Juli bis 02. August 1893 wurde das 9. Mittelfränkische Bundesschießen in Zirndorf abgehal-ten, als Einweihungsfest für das neu erbaute Schießhaus, das nun weiter in den Eichenhain hineinverlegt wurde, an die Stelle, an der heute unsere moderne Schießsportstätte steht.

Zu diesem Anlass überreichte Prinz Ludwig von Bayern unter dem Jubel der Schützen dem 1.Schützenmeister Georg Zimmermann ein Handschreiben des Prinzregenten, in dem dieser die Zirndorfer Schützengesellschaft zur „Königlich privilegierten Schützengesellschaft“ erhob.

Zur Feier des 75jährigen Bestehens der Zirndorfer Schützengesellschaft vom 03. bis 06. August, das Schießhaus war inzwischen erweitert worden, was die Bedeutung der Zirndorfer Schützen erkennen lässt, kamen sogar Abordnungen aus München, Garmisch-Partenkirchen und Weiden.

Noch einmal gab es in der Geschichte der Zirndorfer Schützen einen Höhepunkt im Jahre 1911, ehe mit dem Weltkrieg eine Epoche zu Ende ging. – Vom 01. bis 05. Juli feierte der Mittelfränkische Schützenbund sein 25jähriges Bestehen durch ein Festschießen in Zirndorf, einem Ort, dem er so viel zu verdanken hatte.

Nach dem 1. Weltkrieg brachen schwere Zeiten auch über unsere Schützengesellschaft herein. Der Krieg mit seinen immensen Opfern an Menschen und Gütern zeigte seine Wirkungen. Dennoch ließ Schützenmeister Kommerzienrat Leonhard Zimmermann mitten in der Inflationszeit das Schützenhaus durch den Anbau eines Gesellschaftsraumes, einer Küche und einer Schenke erweitern.

Erst mit der Stabilisierung der Währung regte sich 1923 neues Leben in der Zirndorfer Schützenge-sellschaft. 1927 fand in Zirndorf das 37. Mittelfränkische Bundesschießen statt.

1929 gründete die Gesellschaft eine Kleinkaliberabteilung und erbaute 7 moderne KK-Stände für 50 Meter. Durch diese neue Disziplin und die guten Übungsmöglichkeiten gewann die Gesellschaft weiter an Mitgliedern.

Als die Gesellschaft 1932 ihr 100jähriges Bestehen feierte und das 41. Mittelfränkische Bundesschießen übernommen hatte, lag die „Weimarer Republik“ schon in den letzten Zügen. Es war die letzte Veranstaltung, zu der der Mittelfränkische Schützenbund eingeladen hatte. 1933 wurde er aufgelöst und zwangsweise in den Deutschen Schützenbund überführt, dessen Ziel einseitig darauf ausgerichtet war, die vormilitärische Ausbildung der Jugend zu fördern. Aus den Büchern geht hervor, dass die Zirndorfer Schützen, die bisher den sportlichen Wettkampf und das gesellschaftliche Leben gepflegt hatten, sich weigerten, Schützen als Ausbilder abzustellen.

Als die amerikanischen Truppen im April 1945 vor Zirndorf standen, sprengten zurückgehende deutsche Wehrmachtssoldaten die Bibert-Brücke und beschädigten dabei das Schießhaus durch die Druckwelle der Detonation schwer. In letzter Sekunde aber retteten der 1.Schützenmeister Leonhard Zimmermann und Kilian Lämmermann das wertvolle Bildmaterial, die Ehrenscheiben, die Protokolle und Aufzeichnungen, ehe mit dem Einmarsch der US-Army die Plünderungswelle von Deutschen und Ausländern einsetzte. Dieses Material bildet heute den wertvollen Grundstock für unser Vereinsmuseum. Schießen galt fortan als verbotener Sport, obwohl diese Sportart in anderen Ländern weiterhin als olympische Disziplin galt und gepflegt wurde. So wurde auf Verfügung der US-Militärregierung auch die Königlich privilegierte Schützengesellschaft Zirndorf aufgelöst.

Der Umsicht und der vorbildlichen Treue des 1.Schützenmeisters zum Verein, aber auch dem Ver-ständnis des Stadtrates von Zirndorf und seines kommissarischen 1.Bürgermeisters Michael Emmerling, ist es zu verdanken, dass am 01. April 1945 ein Vertrag zustande kam, in dem das Anwesen der Gesellschaft an die Stadt Zirndorf verpachtet wurde.

Noch immer lagen die Hoheitsrechte über Deutschland bei der US-Militärregierung, doch wurde 1950 das Schießen mit der Armbrust und dem Luftgewehr wieder zugelassen.

So entstand auch die Königlich privilegierte Schützengesellschaft aufs Neue und 1951 fand die 1. Generalversammlung nach dem Kriege statt.

Unter tatkräftiger Hilfe von Michael Uhlherr, Fritz Schöbel und Hans Röschlein errichtete man drei 8-Meter-Stände und 1952 die ersten 6 Kleinkaliberstände in Bayern mit elektromotorischem Scheibentransport ein. Aber auch der Bau von Pistolenständen im Jahre 1961 konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gesamte Vereinsanlage veraltet war.

Bereits im Jahre 1953 wurde zur Nachwuchsförderung eine eigene Jugendabteilung gegründet. So konnten Jugendliche unter fachkundlicher Anleitung an den Schießsport herangeführt werden.

1972/73 kam es zum Bau des neuen Schießhauses nach modernsten schießsportlichen Erkenntnis-sen. Die Bauleitung lag in den Händen des damaligen Stadtbaumeisters Erich Lämmerzahl, doch wenn sich die beiden Schützenmeister Georg Kazmeier und Michael Uhlherr nicht in unermüdlichem Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes um jeden Nagel gekümmert hätten, wäre hier nicht alles so schnell und reibungslos verlaufen.

Im Jahre 1976 hat sich der 1.Schützenmeister Georg Kazmeier nach 38jähriger Schützen-meistertätigkeit aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl gestellt. Er wurde auf Grund seiner großen Verdienste um die Schützengesellschaft zum „Ehrenschützenmeister“ ernannt. Georg Distler wurde nach 19jähriger Tätigkeit als zweiter bzw. erster Schatzmeister mit großer Mehrheit zum 1. Schützenmeister gewählt. In seine Amtszeit fällt der weitere Ausbau der Schießanlagen, die er mit dem gleichen persönlichen Einsatz wie seine Vorgänger im Jahre 1981 zum Abschluss gebracht hat.

Immissionsrechtliche Auflagen machten es notwendig, dass die offenen Schießstände überdacht wurden. Mit der Überdachung der 50m-Schießhalle für Kleinkaliber und laufenden Keiler wurde diese Baumaßnahme abgeschlossen. Damit ist es möglich, ohne zeitliche Einschränkung und ohne Kaliberbegrenzung den Schießsport in einem Wohngebiet auszuüben.

Unter dem 1.Schützenmeister der Feuerschützengesellschaft Georg Distler und dem 1. Schützen-meister der Zimmerstutzen-Gesellschaft Friedrich Beier kam es bereits im April 1977 nach langen Verhandlungen unter dem Vorsitz des 1.Bürgermeisters Virgilio Röschlein als Schützenkommissar, zum Anschluss der zweiten Zirndorfer Schützengesellschaft an die Feuerschützengesellschaft unter unserem jetzigen Namen – „Königlich Privilegierte Schützengesellschaft Zirndorf 1832“.Diese Maß-nahme erwies sich in der Folgezeit in sportlicher und gesellschaftlicher, aber auch finanzieller Sicht als besonderer Glücksgriff.

Ab hier neu von Peter Mundt Februar 2019:

Aus einer Stammtischlaune heraus beschlossen 1981 Peter Zitzmann und Günter Schmitt zusammen mit anderen Gesellschaftsmitgliedern, die dem „Westerngedanken“ anhingen, eine Gelegenheit zu schaffen dem Westernhobby auch schießtechnisch frönen zu können. In Westernkleidung wurde mit Waffen nach historischem Vorbild wie Revolver (Sixshooter-Colt) und Unterhebelgewehr (Henrystutzen) auf Scheiben mit Motiven wie Bison, Hirsch, Bär und dergleichen geschossen. Im Laufe der Jahre steigerte sich das Ausmaß dieser Veranstaltung immer mehr. Der gesamte Eichenhain wurde mit einbezogen. Im abgesperrten Areal standen Indianertipis, Goldgräberzelte, Planwagen und auch die Kanonen der Nordstaatenartillerie. Indianer, Trapper, Outlaws, Sheriffs, Soldaten der Unions- und der Konförderiertenarmee begegneten sich friedlich. Während der Veranstaltung durchwehte ganz Zirndorf ein Hauch von „Wild West“. 1200 Besucher bildeten den absoluten Glanzpunkt einer der Veranstaltungen. Seitdem führte unsere Gesellschaft seit 1981 einmal jährlich das beliebte Westernschießen durch, um auch den Zirndorfer Bürgern und den zahlreichen Freunden des Westernhobby´s Gelegenheit zu einem Besuch bei uns zu geben. Nach jahrelangen und sehr erfolgreichen Veranstaltungen schlief auch das beliebte Westernschießen mangels Organisatoren ein. Man darf nicht vergessen, dass Events dieser Größenordnung eine Vielzahl von Vorbereitungen und „Mitmachern“ erfordern.

150 Jahre Königlich privilegierte Schützengesellschaft Zirndorf. 1982 feierte unsere Gesellschaft dieses Jubiläum. Die Festlichkeiten zogen sich mit einem aufwendigen Festprogramm  damals über 3 Monate hin. Beginn war der 20. März mit einem Tag der offenen Türe, gefolgt von einem Vorderladerschießen und einem Festkommers in der Schulturnhalle in der Volkardtstraße. Einer der Höhepunkte war sicherlich die Ausrichtung des Mittelfränkischen Bundesschießens mit angeschlossenem Gauschießen des Schützengaues Fürths. Mit einem Standkonzert einer Südtiroler Trachtenkapelle, Festzeltbetrieb mit Jackl Strobel, einem Bunter Abend, dem Westernschießen und einem Schützenfestzug durch Zirndorf waren die „Feiertage“ ausgefüllt. Den Abschluss bildete am 12. Juni ein Westernball in der Pinderkaserne.

1990 war es uns unter dem 1. Schützenmeister Erich Bauer möglich, Werkstatt, Museum und Lager an unser Schützenhaus anzubauen.

1993 wurde beschlossen eine „Vereinszeitung“ herauszugeben um den Vereinsmitgliedern das Geschehen in unserer Schützengesellschaft schriftlich nahe zu bringen. Bis dato wurden lediglich sogenannte Sportberichte mit den Ergebnissen der Meisterschaften veröffentlicht. Seitdem erscheinen die Vereinsnachrichten vier Mal pro Jahr, jeweils zu Quartalsbeginn.

Zur Jahreshauptversammlung 1993 wurde Edgar Nickel zum 1.Schützenmeister gewählt und löste somit Erich Bauer in dieser Funktion ab. Der neu gewählte Sportleiter Bernhard Germain kündigte die Gründung eine Bogenabteilung an. Auch wurden in diesem Jahr  mit einem geldlichen Aufwand von 40.000,- DM auf allen Schießständen Holzvertäfelungen zum Zwecke des Schallschutzes angebracht.

Im Februar des Jahres wurde in das Schützenhaus eingebrochen. Neben der Verursachung eines erheblichen Sachschadens wurden auch 3 Luftgewehre und 5 Luftpistolen gestohlen. Diverse Sportpreise, Kleinkalibermunition und auch sogenannte „Trainingsabzüge“ nahmen die Diebe mit. Der Gesamtschaden belief sich auf eine Summe von 12.000.- DM. Einige der gestohlenen Sachen fand man Tage später im Zimmermannspark.

Ab 1984 hat sich das jährliche Gaudischießen (heute Prinzentreffen) der Zirndorfer Karnevalsgesell-schaft „Cyrenesia“ in unserer Schützengesellschaft etabliert. Anfänglich war es nur ein internes Spaßschießen der Zirndorfer Karnevalisten unter dem damaligen Präsidenten der „Cyrenesen“, Edgar Nickel, unseres späteren Schützenmeisters. Doch durch die wachsende Beliebtheit der Veranstaltung nahmen im Laufe der Zeit immer mehr Karnevalsgesellschaften aus Mittelfranken daran teil. Eine eigene Schützenscheibe wurde kreiert und jedes Jahr aufs Neue von den Prinzenpaaren und den Präsidenten der teilnehmenden Vereine herausgeschossen, wobei sich das Schützenmeisteramt immer neue und abwechslungsreiche Schießdisziplinen ausdenkt. Von den klassischen Schießarten über Ballonschießen, Schrotschießen, Bogenschießen bis zum Blasrohrschießen wird alles angeboten und mit großer Begeisterung angenommen.

Unter dem neuen 1.Schützenmeister konnten 1995 dringend gewordene Renovierungsarbeiten durchführt werden. Wir modernisierten die Gaststätte und bauten eine neue Heizungsanlage ein, mit der es uns fortan auch möglich war, die Schießstände zu beheizen. Die stolze Summe von 150.000.- DM wurde hierfür investiert.

Am 11. Mai 1996 war es soweit. Nach der Gründung der Bogenabteilung konnte der neue Bogenplatz an der Schwabacher Straße kurz vor Leichendorf eingeweiht werden. Der erste Abteilungsleiter der neu etablierten Sportart wurde Peter Eberlein. Auf Anhieb zählte die neue Abteilung 20 Mitglieder.

1996 gab es eine fundamentale Krise in der 1976 von den Vorderladerschützen gegründeten „Zirn-dorfer Stadtwache“, die bis dahin in historischen Uniformen aus den 16.- 18. Jahrhundert unter der Leitung des Kommandanten Gerd Wurz und seines Stellvertreters Heinz Wiedemann für das Re-nommee der Schützengesellschaft sorgte und ab 1984 auch als Botschafter der Stadt Zirndorf an verschiedenen Umzügen, auch am Münchner Oktoberfestzug, teilnahmen. Nach Recherchen des Kreisheimatpflegers Helmuth Mahr im Jahre 1997 entsprachen die getragenen Uniformen aber nicht den historischen Ansprüchen. Bei einer Sitzung wurde deshalb erwogen die Stadtwache aufzulösen. Man  beschloss aber die Abteilung weiter bestehen zu lassen, aber nicht mehr mit historischem Anspruch. In den folgenden Jahren schwand das Interesse der Mitglieder der Stadtwache immer mehr, bis sie sich im Jahre 2000 auflöste.

Im Juli 1997 begann der Ausbau des damals unter Erich Bauer angebauten Raumes zum Schützenmuseum. Unter anderem mussten die Rohbaumauern verputzt und eine Holzdecke eingezogen werden.

Während der Generalversammlung 1997 wurde der Antrag gestellt, den Arbeitsdienst auch auf die weiblichen Mitglieder der Gesellschaft auszudehnen. Eine große Diskussion entstand. Einige Ehe-männer hatten Bedenken und sprachen Befürchtungen aus, dass für die Damen die Arbeiten im Zuge des Arbeitsdienstes zu schwer wären, bzw. die Verletzungsgefahr für die weiblichen Arbeitsdienstleistenden zu groß wäre. Die Bedenken konnten jedoch zerstreut werden und die Damen wurden in den Kreis der „Arbeitsdienstler“ einbezogen.

Auf der Generalversammlung des Jahres 1998 wurde beschlossen, die 100m-Stände mit Stahlkugel-fängen auszurüsten. Die Arbeiten sollten von einer Fachfirma ausgeführt werden. Die Erstellung der Kugelfänge zog sich aber wegen Terminengpässen der Fachfirma über Wochen hin.

1999 erfolgte die Neueindeckung der schon in die Jahre gekommenen Dachflächen, die zwei Jahre vorher mit erheblichem Aufwand mit neuen Bitumenbahnen abgedichtet worden waren. Die gesamte Dachfläche von 1.100 m² wurde von einer ortsansässigen Firma mit Metall-Profilblechen gedeckt, die Ortgänge und Anschlüsse mit Weißblech beplankt.

Im April konnte das Schützenmuseum nach umfangreichen Arbeiten und der Aufstellung von Vitrinen und Schaukästen mit diversen historischen Artefakten bestückt werden. Am 17. April wurde das Museum feierlich eröffnet. Marion und Günter Schmitt, die für die Ausgestaltung und die sachgerechte Aufbewahrung der Ausstellungsstücke maßgeblich verantwortlich waren, betreuten seitdem als Kuratoren das Museum.

Im Jahre 2000 wurde eine neue Lüftungsanlage mit Absaugung auf den 25m-Ständen eingebaut. 40 Vereinsmitglieder leisteten dabei über 500 Arbeitsstunden um für frische Luft auf den Ständen zu sorgen, da vor allem beim Schießen mit Vorderladerwaffen die Verbrennungsgase nicht nur für schlechte Sicht sorgten.

Ein lang gehegter Traum der Jugendabteilung realisierte sich im Jahre 2001. Der Lagerraum 3 wurde mit viel Aufwand in einen eigenen Aufenthaltsraum für unsere Schützenjugend umfunktioniert. Mit gespendetem Mobiliar, dem Einbau einer Bar, eines DJ-Pultes und einer Soundanlage wurde der neue Raum komplettiert. Unsere Schützenjugend verfügt seitdem über eine Rückzugsmöglichkeit um unter sich zu sein.

Die fast in Vergessenheit geratene  und im Koma liegende Bogenabteilung wurde wiederbelebt. Ein ausrangierter Bauwagen wurde angeschafft und sorgte für die Aufbewahrung von Material und Equipment. Auch als Unterstand bei Regenwetter war er willkommen.

Mit dreitägigen Feierlichkeiten wurde 2003 die von Peter Zitzmann gestiftete neue Fahne unserer Schützengesellschaft in der Sankt Rochus Kirche mit einem feierlichen Festgottesdienst geweiht. Livemusik im Festzelt, ein Bürgerschießen, ein Tag der offenen Türe, ein Weißwurst-Frühschoppen und ein Festzug vom Schützenhaus zur Kirche bildeten die Höhepunkte der Feierlichkeiten.

Leider war die Wiederbelebung der Bogenabteilung nicht von langer Dauer. 2006 reaktivierten Claudia und Robert Beier die brachliegende Abteilung erneut. Robert Beier wurde neuer Abteilungsleiter der Bogenschützen. Auch die dringende Toilettenfrage konnte mittels mobiler Toilette gelöst werden.

Im Zuge der anstehenden 175jahr-Feier der Schützengesellschaft wurden die Fassadenflächen des Schießhauses in einem 14tägigen Alleingang vom Schützenmitglied Peter Mundt renoviert. Mit einem großen Festprogramm in der Paul-Metz-Halle wurde dann am 16. Juni das Jubiläum gefeiert. Gleichzeitig richteten die Zirndorfer Schützen auch das Gauschießen aus. – Nach langen und großen Schwierigkeiten mit der verantwortlichen Fachfirma konnten die neuen 100m-Stände in Betrieb genommen werden.

2009 – Die Schützengesellschaft suchte händeringend einen neuen Platz für die Bogenabteilung als Ersatz für den bisherigen an der Schwabacher Straße. Das zuständige Landratsamt hatte mit Andro-hung einer Ordnungsstrafe verboten, den dort abgestellten Bauwagen und die mobile Dixie-Toilette auf dem Bogenplatz zu belassen. In Gesprächen mit der Stadt Zirndorf ist ein neues Areal gefunden worden. Es liegt am Kreisverkehr der neuen Verbindungsstraße in der Nähe des Pinderparkes. Das Gelände musste aber noch mit großem Aufwand  vorbereitet werden. – Durch Abtrennung mittels einer Trockenbauwand konnte die nicht mehr genutzte Kegelbahn nach Abbau der Bahnen nun von den Bogenschützen als Wintertrainings-Halle genutzt werden.

Der 60. Mittelfränkische Schützentag und der 31. Mittelfränkische Jugendtag wurden am 20. und 21. März 2010 mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm bei den Königlich Privilegierten abgehalten.

Am 02. Juli 2011 wurde der neue Bogenplatz feierlich offiziell eingeweiht. Nach mühevollen und umfangreichen Arbeiten kann jetzt auf Distanzen von 18m bis 90m geschossen werden. Das Gelände wurde eingezäunt, Metallcontainer fungieren als Lagermöglichkeiten für Equipment und Material. Ein unübersehbares Schild weist den Platz als Bogentrainingsstätte der Schützengesellschaft Zirndorf aus.

Zum 100jährigen Jubiläum der Stadt Zirndorf veranstaltete diese am Sonntag den 22. April eine „Schau der Vereine“ in der Paul-Metz-Halle. Alle Zirndorfer Vereine waren dazu eingeladen sich mit eigenen Informationsständen vorzustellen. Unsere Schützengesellschaft nahm mit eigens dafür gestalteten Schautafeln und Ausstellungsgegenständen über den Schießsport daran teil. Darbietungen der Bogenschützen und das Schießen mit dem „Lichtgewehr“ waren die Attraktionen an unserem Stand. Ein von Melanie Knorn gedrehter Film über die Schützengesellschaft lief auf einer Videowand im Hintergrund. Mit großem Interesse drängten sich die Besucher an unserem Stand.

Im Jahre 2013 feierte unser 1.Schützenmeister Edgar Nickel sein 20jähriges Dienstjubiläum als Schützenmeister. Im Zuge des Königsschießens wurde die dafür angefertigte Jubiläumsscheibe herausgeschossen. Als Fußnote sei angemerkt, dass der Hersteller der Schützenscheibe auch noch den besten Treffer landete.

Die Schützengesellschaft hat einen Vogel. Ein lang gehegter Wunsch des 1. Schützenmeister ist in Erfüllung gegangen. Nach 3/4jähriger „Bauzeit“ prangt ein „Schützenadler“ an der Stirnseite des Versammlungsraumes. In langwieriger Arbeit gestaltete Schützenbruder Peter Mundt den Vogel in Gestalt eines heimischen Steinadlers und stattete ihn mit allen Schützeninsignien aus. – Die alte Vereinshomepage wurde neu gestaltet und informiert von nun an im Internet die Vereinsmitglieder über Neuigkeiten und Veranstaltungen der Gesellschaft.

Renate und Edgar Nickel feierten 2016 ihre „Goldene Hochzeit“. Im Rahmen des Königsschießens wurde auch die „Hochzeiterscheibe“ herausgeschossen. Den besten Treffer erzielte Marco Staudt. Ein Schütze brachte es fertig, auf das abgebildete Konterfei unseres Schützenmeisters einen veritablen Treffer zu landen. – Die Einführung der neuen Mitgliedskarten im Scheckkartenformat wurde bereits einer etwaigen elektronischen Mitgliederverwaltung geschuldet. In dem aufgedruckten individuellen Barcode sind die Mitgliedsnummer und die Abteilungszugehörigkeit enthalten. Die neuen Ausweise sollen Zug um Zug die alten Karten mit den Jahresmarken ersetzen.

Der doch in die Jahre gekommene Jugendraum wurde in diesem Jahr in vielen Arbeitsstunden renoviert. Unter Federführung des Jugendleiters Thomas Kohler wurde eine neue Decke abgehängt und die Wände modern und hell gestaltet. Auch der Fußboden wurde mit Bodenfliesen erneuert.

Im Zuge eines erneuten Pächterwechsels der Vereinsgasstätte, verbunden mit umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durch die neue Pächterin, ist die Notwendigkeit entstanden, einen anderen Aufenthaltsraum (Gesellschaftsraum) für uns Schützen zu schaffen. Der ehemalige Veranstaltungs- und Lagerraum der Vorpächter wurde dazu auserkoren. Auch hier waren umfangreiche und auch kostenintensive Baumaßnahmen von Nöten. Eine neue Decke musste eingebaut werden, denn eindringendes Regenwasser hat die alte Decke sehr in Mitleidenschaft gezogen und das Dämmmaterial sprichwörtlich zersetzt. Ständerwände (Trockenbauwände) hieß es zu erstellen um ein neues Sportleiterzimmer zu schaffen. Die Heizkörper wurden versetzt und mit modernen Thermostaten ausgestattet. Die gesamte alte Elektroinstallation wurde ersetzt und eine Deckenbeleuchtung in die abgehängte Decke integriert. Es hieß Wände zu verputzen, mit Raufasertapete zu tapezieren und alle neuen Flächen mit Farbe zu verschönern. Der alte Fußbodenbelag, der noch von der Kegelbahn stammte, wurde durch ein neues und hochstrapazierfestes Laminat ausgetauscht. Die alten Sitzbänke und der große Vitrinenschrank mit den Sport- und Ehrenpreise mussten umgearbeitet und eingepasst werden. Abstellmöglichkeiten für die Waffenkoffer wurden gespendet und eingebaut. Rechtzeitig zur Generalversammlung konnte dann das neue Schützenzimmer seiner Bestimmung übergeben  werden. Im April eröffnete auch wieder die Vereinsgaststätte, nun im mexikanischen Ambiente.

Die Dachsanierung der 25m und 100m-Stände konnte abgeschlossen werden. Die begrünten Dach-flächen der Schießbahnen waren schon immer ein Sorgenkind der Schützengesellschaft. Bei Starkregen standen auch die darunter befindlichen Stände oftmals unter Wasser. Eine praktikable Lösung musste also her. Auf die Betonmauern wurde eine Tragwerkskonstruktion aus Holzbindern und Holzbalken als Satteldach aufgesetzt und mit Trapezblechen eingedeckt und verschalt. Anfang September wurden diese Arbeiten abgeschlossen und somit ca. 520 m² Dachfläche endlich abgedichtet.

Die 1993 erstmals erschienen „Vereinsnachrichten“ feierten mit dem Erscheinen der Ausgabe des 4. Quartals 2017  und des 25. Jahrganges „die 100. Ausgabe“. Es wurden keine Kosten gescheut – zumindest das Titelblatt war farbig gestaltet worden.

Das 1981 eingeführte „Westernschießen“ wurde 2018 als „Western-Preisschießen“ in kleinerer Form reanimiert. Gesellschaftsmitglieder und Schützen anderer Vereine können in verschiedenen Schieß-disziplinen mit Revolver und Unterhebelgewehr auf Motivscheiben um zahlreiche Preise „fighten“. Wer hat, auch im zeitgenössischen Outfit.

Die Einführung der EU-weiten Neuverordnung zum Datenschutz (Datenschutzgrundverordnung) hat auch bei uns ihr Unwesen getrieben. Die gesamte Mitgliederverwaltung, alle Veranstaltungen, die Vereinsnachrichten und vor allem die Vereins-Homepage hießen es datenschutzrechtlich zu überarbeiten und umzustellen. Ehrenamtsträger und Funktionäre, also das gesamte erweiterte Schützenmeisteramt und alle Helfer die mit personenbezogenen Daten in Kontakt kommen über den Datenschutz zu belehren und zu „vereidigen“. Aber nach Wochen im „Papierkrieg“ war es doch geschafft. Seither ziert ein schöner neuer Ordner mit der DSGVO den Aktenschrank.

Die Königlich privilegierte Schützengesellschaft Zirndorf wurde Mitglied im „Bund Deutscher Schüt-zen“. Seit langem hat sich eine kleine Gruppe von Schützen etabliert, die neben den Disziplinen des „Bayerischen Sportschützenbundes“ auch die bislang eher als exotisch angesehenen Schießarten des BDS ausübten. Auf Initiative des neuen Sportleiter Dirk Klein wurde erwogen, die BDS-Disziplinen für alle Mitglieder zugänglich zu machen. Mit sehr viel Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit konnte er doch letztendlich die eher skeptisch eingestellten Schützen davon zu überzeugen und dem Beitritt stand nichts mehr im Wege. Seitdem können auf unseren Schießständen auch die Disziplinen des BDS geschossen werden.

Seit kurzem, also gegen Ende 2018, hat unsere Schützengesellschaft einen namhaften Sponsor. Der in Fürth ansässige Großhändler für Waffen und Schützenbedarf, die Firma WIMEX, konnte durch Initiative unseres 1.Sportleiters Dirk Klein als Sponsor gewonnen werden. Vertraglich wurde festge-legt, dass die Firma WIMEX zu festgesetzten Zeiten unsere Schießstände für die Präsentation von Lang- und Kurzwaffen für potentielle Kunden nutzen kann. Im Gegenzug hat sich die Firma verpflichtet Mietgebühren für die Nutzung zu zahlen und uns schieß- und waffentechnisch zu unterstützen.

So versucht unsere Schützengesellschaft stets den Bedürfnissen ihrer Mitglieder gerecht zu werden und als kompetenter Partner im Schießsport der Stadt Zirndorf und ihren Bürgern zu bestehen.