Vereinsgeschichte

Die Vereinsgeschichte der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft Zirndorf:

Nicht durch Zufall sind die Jubiläumsjahre der Königlich privilegierten Schützengesellschaft Zirndorf mit den Gedenkjahren für den Dreißigjährigen Krieg verbunden.

Am 03. September 1832 fand in Zirndorf eine Gedenkfeier anläßlich der 200. Wiederkehr der Schlacht an der Alten Veste statt. Wenn wenige Monate vorher die beiden Zirndorfer Bürger Simon Herting und Konrad Vogler eine Büchsenschützen-Gesellschaft gegründet hatten, so knüpften sie, wie sich noch zeigen wird, zugleich an eine ältere Tradition in Zirndorf an, die in direktem Zusammenhang mit dem dreißigjährigen Krieg und seinen Folgen steht.

Die Gründer
Die Gründer Simon Herting und Konrad Vogler

Der Westfälische Friede von 1648 hatte dem Landesherrn das Recht gebracht, eigene Truppen zu halten, doch war das Fürstentum Brandenburg-Ansbach, in dessen Gebiet Zirndorf damals lag, finanziell nicht imstande, ein stehendes Heer aufzustellen und die Kosten für seinen Unterhalt aufzubringen.

Die Sicherheit der Heimat, verbunden mit regionalen Polizeidiensten übernahmen die örtlichen Schützenverbände, die der Markgraf als staatliche Einrichtung durch Verordnung von oben ins Leben rief.

Als der staatliche Zwang der Teilnahme am Schießen und am Dienst wegfiel, lösten sich viele dieser Schützenverbände auf. Übrig blieb eine kleine Gruppe von Männern, die am Scheibenschießen Spaß fanden und diese Freizeitbeschäftigung weiter betrieben, denn die älteste der noch erhaltenen Schießscheiben stammt aus dem Jahre 1831, als es noch gar keine Schützengesellschaft in Zirndorf gab.

Im November 1831 traten einige Zirndorfer Bürger unter dem Vorsitz von Simon Herting und Konrad Vogler zusammen, um die Statuten einer neu zu gründenden Büchsenschützen-Gesellschaft zu erarbeiten.

Am 29. April 1832 wurde diese Schützenordnung nach eingehender Prüfung durch das Königliche Landgericht Nürnberg genehmigt, so das die offizielle Vereinsgründung am 17. Mai 1832 stattfinden konnte.

Etwa zwei Jahre danach schlossen die 20 Mitglieder am 20.04.1834 mit dem Zirndorfer Maurermeister Johann Heinrich Jordan – er erbaute damals auch den Vestner Turm – einen Vertrag über den Bau eines Schießhauses in Zirndorf ab, das dort errichtet werden sollte, wo heute die Einfahrt zum Schießhaus von der Wallensteinstraße abbiegt. Um das Jahr 1861 wurde der Verein zur Unterscheidung von der Zirndorfer Armbrustschützengesellschaft in Zirndorfer Feuerschützen umbenannt.

Als 1883 Kommerzienrat Georg Zimmermann das Amt des 1. Schützenmeister übernahm, öffnete er die Türen für eine breite Gesellschaftsschicht in Zirndorf, und als erfolgreicher Unternehmer riß er die Schützengesellschaft durch seine Tatkraft aus der jahrzehntelangen Isolierung.

Am 03. August 1884 war auf seinen Vorschlag hin der Mittelfränkische Schützenbund gegründet worden, in dem die Zirndorfer Schützen rasch eine führende Stellung einnahmen. 1887 zählte die Schützengesellschaft Zirndorf bereits über 50 Mitglieder, für die nun auch das alte Schießhaus zu klein wurde.

Vom 30. Juli bis 02. August 1893 wurde das 9. Mittelfränkische Bundesschießen in Zirndorf abgehalten, als Einweihungsfest für das neuerbaute Schießhaus, das nun weiter in den Eichenhain hineinverlegt wurde, an die Stelle, an der heute unsere moderne Schießsportstätte steht.

Zu diesem Anlaß überreichte Prinz Ludwig von Bayern unter dem Jubel der Schützen dem 1. Schützenmeister Georg Zimmermann ein Handschreiben des Prinzregenten, in dem dieser die Zirndorfer Schützengesellschaft zu Königlich privilegierten Schützen erhob.

Zur Feier des 75jährigen Bestehens der Zirndorfer Schützengesellschaft vom 03. – 06. Augus 1907 – Schießhaus war inzwischen erweitert worden, was die Bedeutung der Zirdorfer Schützen in Mittelfranken erkennen läßt – kamen sogar Abordnungen aus München, Garmisch-Partenkirchen und Weiden.

Noch einmal gab es in der Geschichte der Zirndofer Schützen einen Höhepunkt im Jahre 1911, ehe mit dem Weltkrieg eine Epoche zu Ende ging.

Vom 01. – 05. Juli feierte der Mittelfränkische Schützenbund sein 25jähriges Bestehne durch ein Festschießen in Zirdorf, einem Ort, dem er so viel zu verdanken hatte.

Nach dem 1. Weltkrieg brachen schwere Zeiten auch über unsere Schützengesellschaft herein. Der Krieg mit seinen schweren Opfern an Menschen und Gütern zeigte seine Wirkungen. Dennoch ließ Schützenmeister Kommerzienrat Leonhard Zimmermann mitten in der Inflationszeit das Schützenhaus durch den Anbau eines Gesellschaftsraumes, einer Küche und einer Schenke erweitern.

Erst mit der Stabilisierung der Währung regte sich 1923 neues Leben in der Zirndorfer Schützengesellschaft. 1927 fand in Zirndorf das 37. Mittelfränkische Bundesschießen statt.

1929 gründete die Gesellschaft eine Kleinkaliberabteilung und erbaute 7 moderne KK-Stände für 50 Meter. Durch diese neue Disziplin und die guten Übungsmöglichkeiten gewann die Gesellschaft weiter an Mitgliedern.

Als die Gesellschaft 1932 ihr 100jähriges Bestehen feierte und das 41. Mittelfränkische Bundesschießen übernommen hatten, lag der Weimarer Staat schon in den letzten Zügen.

Es war die letzte Veranstaltung, zu der der Mittelfränkische Schützenbund eingeladen hatte. 1933 wurde er aufgelöst und zwangsweise in den Deutschen Schützenbund überführt, dessen Ziel einseitig darauf ausgerichtet war, die vormilitärische Ausbildung der Jugend zu fördern. Aus den Büchern geht hervor, daß die Zirndorfer Schützen, die bisher den sportlichen Wettkampf und das gesellschaftliche Leben gepflegt hatten, sich weigerten, Schützen als Ausbilder abzustellen.

Als die US-Truppen 1945 im April vor Zirndorf standen, sprengten zurückgehende deutsche Soldaten die Bibert-Brücke und beschädigten dabei das Schießhaus durch die Druckwelle der Detonation schwer. In letzter Sekunde aber retteten der 1. Schützenmeister Leonhard Zimmermann und Kilian Lämmermann das wertvolle Bildmaterial, die Ehrenscheiben, die Protokolle und Aufzeichnungen, ehe mit dem Einmarsch der US-Army die Plünderungswelle von Deutschen und Ausländern einsetzte. Dieses Material bildet heute den wertvollen Grundstock für unser Vereinsmuseum. Schießen galt fortan als verbotener Sport, obwohl diese Sportart in anderen Ländern weiterhin als olympische Disziplin galt und gepflegt wurde. So wurde auf Verfügung der US-Militärregierung auch die Kgl. privilegierte Schützengesellschaft Zirndorf aufgelöst.

Der Umsicht und der vorbildlichen Treue des 1. Schützenmeisters zum Verein, aber auch dem Verständnis des Stadtrates von Zirndorf und seines kommissarischen 1. Bürgermeisters Michael Emmerling, ist es zu verdanken, daß am 01.04.1945 ein Vertrag zustande kam, in dem das Anwesen der Gesellschaft an die Stadt Zirndorf verpachtet wurde.

Noch immer lagen die Hoheitsrechte über Deutschland bei der US-Militärregierung, doch wurde 1950 das Schießen mit Armbrust und Luftgewehr wieder zugelassen.

So entstand auch die Kgl. privilegierte Feuerschützengesellschaft aufs neue, und 1951 fand die 1. Generalversammlung nach dem Kriege statt.

Unter tatkräftiger Hilfe von Michael Uhlherr, Fritz Schöbel und Hans Röschlein errichtete man drei 8-Meter-Stände und 1952 die ersten 6 KK-Stände in Bayern mit elektromotorischem Scheibentransport. Auch der Bau von Pistolenständen im Jahre 1961 konnte nicht darüber hinwegtäuschen, daß die gesamte Vereinsanlage veraltet war.

So kam es 1972/73 zum Bau des neuen Schießhauses nach modernsten schießsportlichen Erkenntnissen. Die Bauleitung lag in den Händen des damaligen Stadtbaumeisters Erich Lämmerzahl, doch wenn sich die beiden Schützenmeister Georg Kazmeier und Michael Uhlherr nicht in unermüdlichem Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes um jeden Nagel gekümmert hätten, wäre auch hier nicht alles so schnell und reibungslos verlaufen.

Im Jahre 1976 hat sich der 1. Schützenmeister Georg Kazmeier nach 38jähriger Schützenmeistertätigkeit aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl gestellt. Er wurde auf Grund seiner großen Verdienste um die Schützengesellschaft zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Bei der Wahl des 1. Schützenmeisters wurde Georg Distler nach 19jähriger Tätigkeit als zweiter und erster Schatzmeister mit großer Mehrheit gewählt. In seine Amtszeit fällt der weitere Ausbau der Schießanlagen, die er mit dem gleichen persönlichen Einsatz wie seine Vorgänger im Jahre 1981 zum Abschluß gebracht hat. Immissionsrechliche Auflagen machten es notwendig, daß die offenen Schießstände überdacht wurden. Mit der Überdachung der 50 m-Schießhalle für KK und laufenden Keiler wurden die Baumaßnahmen abgeschlossen. Damit ist es möglich, ohne zeitliche Einschränkung und ohne Kaliberbegrenzung des Schießsport in einem Wohngebiet auszuüben.

Unter dem 1. Schützenmeister der Feuerschützengesellschaft Georg Distler und dem 1. Schützenmeister der Zimmerstutzenschützengesellschaft Friedrich Beier, kam es bereits im April 1977 nach langen Verhandlungen unter dem Vorsitz des 1. Bürgermeisters Virgilio Röschlein als Schützenkommissar, zum Anschluß der zweiten Zirndorfer Schützengesellschaft an die Feuerschützen unter unserem jetzigen Namen – Kgl. priv. Schützengesellschaft 1832.

Diese Maßnahme erwies sich in der Folgezeit in sportlicher und gesellschaftlicher, aber auch finanzieller Sicht als besonderer Glücksgriff. So war es uns unter dem 1. Schützenmeister Erich Bauer möglich, im Jahre 1990 Werkstatt, Museum und Lager an unser Schützenhaus anzubauen. Unter unserem jetzigen 1. Schützenmeister Edgar Nickel konnten wir dringend gewordene Renovierungsarbeiten durchführen. Wir renovierten und modernisierten 1995 die Gaststätte und bauten eine neuer Heizungsanlage ein, mit der es uns fortan auch möglich war, die Schießstände zu beheizen. Im Jahre 1997 erfolgte die Gründung der Bogenabteilung. Große finanzielle Anstrengung erforderte von uns auch die 1998 durchgeführte Kompletterneuerung unserer Dachflächen von 1.200 qm.

Um auch den Zirndorfer Bürgern und den zahlreichen Freunden des Westernhobby´s Gelegenheit zu einem Besuch bei uns zu geben, führt unsere Gesellschaft seit 1981 einmal jährlich das beliebte Westernschießen durch. So versucht unsere Schützengesellschaft stets den Bedürfnissen ihrer Mitglieder als auch denen der Stadt Zirndorf und ihren Bürgern gerecht zu werden.