Das Museum

Das Museum

Das Museum der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft Zirndorf:

Nach Ende des 2. Weltkrieges und zu Beginn der amerikanischen Besatzung bewiesen einige Mitglieder der königlich privilegierten Schützengesellschaft Zirndorf Weitsicht und versteckten den Besitz des Vereins vor der Beschlagnahmung der Besatzer. Jahrelang waren die „Schätze“ des Vereins gut verwahrt.

Zwischenzeitlich wurde das Schützenhaus neu gebaut und durch einen Anbau standen drei Räume zur Aufbewahrung unterschiedlichster Gerätschaften zur Verfügung.

Mancher Keller und Dachboden wurde daraufhin entrümpelt und der „Krempel“ in Kisten verpackt zum Schützenhaus gebracht. Weitere Jahre gingen ins Land bis eine erneute Aufräumaktion die Schätze ans Licht brachte.

Mir wurde von meinem Mann berichtet, dass sehr alte Unterlagen des Vereins gefunden wurden. Alte Fotografien, Urkunden und Auszeichnungen wären in einer Kiste aufbewahrt. Da wir uns sehr für Vergangenes interessieren waren wir einfach neugierig.

Gebührenrechnung 1832
Gebührenrechnung 1832
Kassenbuch 1850 bis 1893
Kassenbuch 1850 bis 1893

Wir verbrachten zunächst einige Stunden damit, die Fundstücke zu sichten. Schnell waren wir fasziniert von allem was wir in Händen hielten. Die nächsten Wochen verbrachten wir im Abstellraum und sortierten die Dokumente. Kassenbücher und Aufzeichnungen von 1850 bis 1893 waren schnell zu finden, u.a. Schriftwechsel mit dem Prinzregenten von Bayern. Gründungsjahr des Vereins ist 1832. Der Ehrgeiz trieb uns weiter an und nach einigen Stunden hatten wir ein Kassenbuch von 1834 in Händen. Zwischendurch fanden wir einen Bauplan von einem Abort. Später entdeckten wir den Bauplan des alten Schützenhauses. Ein Höhepunkt der bisherigen Ermittlungsarbeiten ist der Eintrag in das Vereinsregister aus dem Jahr 1832 mit Gebührenrechnung und Gründungsvereinbarung der ersten Mitglieder.

Unsere Schützenbrüder und Schützenschwestern wussten natürlich von unseren Aktivitäten und vor allem die älteren Vereinsmitglieder unterstützten uns nach besten Kräften. Die altdeutsche Schrift ist von unserer Generation kaum zu lesen und so erklärten sich zwei Ehepaare bereit, die Schriftstücke zu übersetzen und per Computer ins Reine zu schreiben. Somit ist eine Archivierung auf Datenträger ermöglicht worden.

 
Ein „Retter“ übergab uns rund 50 Portraits von Schützenkönigen in Öl gemalt. Erst im Dezember 2001 konnten wir ein Portrait aus dem Jahre 1864 in Empfang nehmen. Von einem Flohmarktbesuch eines Schützenkameraden erhielten wir im Januar diesen Jahres eine Ehrenurkunde passend zu einem Bild eines längst verstorbenen Schützenbruders.

Dank der Unterstützung von Frau Fack, Heimatmuseum Zirndorf, und eines Archivars des Germanischen Nationalmuseums erfuhren wir, dass unsere handgeschriebenen Dokumente und vor allem die alten Fotografien nur mit besonderem Material archiviert werden dürfen. Kontakte zu Antiquitätenhändler verhalfen uns die alten Ölbilder zu renovieren bzw. sachgerecht zu pflegen.

Nachdem uns die Vergangenheit mengenmässig überrollte, wollten wir die Schätze des Vereins den Mitgliedern standesgemäß präsentieren. Wir überlegten lange, ob die Gegenstände einem Museum überlassen werden sollen,aber wer schenkt schon gerne her. Durch die großzügigen Räumlichkeiten des Schützenhauses war es möglich einen Raum als Ausstellungsraum zu erhalten. In vielen Arbeitsstunden halfen uns einige Mitglieder den Museumsraum herzurichten. Vitrinen wurden uns zum Teil gespendet bzw. in Eigenarbeit hergestellt. Die ersten Ausstellungstücke sind ausgesucht und ausgestellt. Neben Dokumenten können alte Waffen und Schützenscheiben besichtigt werden. Gerade die Schützenscheiben sind ein wichtiges Zeugnis unserer Geschichte. Fotografien als alter und neuer Zeit spiegeln das Gesellschaftsleben wieder. So mancher Zirndorfer Bürger hat seinen Großvater oder Großonkel auf alten Fotos erkannt und Neues aus der Familiengeschichte erfahren.

Noch sind keine geregelten Öffnungszeiten des Museums vereinbart. Daher bitten wir bei Interesse um eine Terminvereinbarung beim Schützenmeisteramt. Dann kann eine Reise in die Vergangenheit beginnen.

Kontakt: Peter Mundt
E-Mail:
peter.mundt@schuetzengesellschaft-zirndorf.de